Alles was Sie über den Digital Twin wissen müssen

 In IoT, News, PLM

Digital Twin: Realer und digitaler Zwilling

Was genau ist eigentlich ein digitaler Zwilling? Ein digitaler Zwilling besteht aus zwei Komponenten:

  • der digitalen Definition des Produkts
  • den physischen Eckdaten des Produkts im realen Umfeld, wie Umgebungsbedingungen und Leistungsdaten

Sie benötigen beide Komponenten für einen echten digitalen Zwilling. Sonst haben Sie nur ein digitales Geschwisterkind. Wenn Sie einen digitalen und physischen Zwilling etablieren, wird das auf das gesamte Unternehmen positive Auswirkungen haben. Nahezu jeder Mitarbeiter Ihres Unternehmens wird davon profitieren.

  • Ingenieure können bessere Entscheidungen treffen und somit das Produkt verbessern
  • Die Rechtsabteilung und Qualitätssicherung profitieren von der Nachverfolgbarkeit, mit der sie Sicherheit gewährleisten und gesetzliche Anforderungen erfüllen
  • Servicetechniker können das Produkt besser warten und reparieren
  • Das Marketing findet Wege, um das Produkt besser auf dem Markt zu positionieren
  • Der Vertrieb kann zukünftige Verkaufs- und Upsell-Möglichkeiten identifizieren

Mehrere Ansichten eines digitalen Zwillings

Sie denken wahrscheinlich, dass ein digitaler Zwilling immer alle Informationen enthalten muss. Aber die Wahrheit ist, dass es keinen allumfassenden digitalen Zwilling geben sollte. Je nach Tätigkeit oder Informationsbedarf muss die Ansicht eines digitalen Zwillings rollenspezifisch vorgefiltert sein. Wenn zu viele Daten in einem einzigen digitalen Zwilling gespeichert werden, wäre der Anwender überfordert. Alle Beteiligten wären dazu gezwungen sich erst durch eine Flut an Daten zu bewegen, bevor sie genau die Daten finden, die für sie am nützlichsten und aktuell sind. Ein Konstrukteur, der in Creo arbeitet, benötigt mehr Daten als ein Mitarbeiter im Vertrieb, der vielleicht neben Stücklisten nur eine gerenderte Ansicht braucht.

Daten, die für eine Person wertvoll sind, können wiederum für andere wertlos sein. Damit ein digitaler Zwilling nützlich ist, müssen seine vielfältigen Möglichkeiten auf die Rollen und Bedürfnisse der Beteiligten zugeschnitten sein. Erst durch einen direkten rollenbasierten Zugriff auf Informationen, können Unternehmen den größten Nutzen aus digitalen Zwillingen ziehen.

Beispiele aus der Praxis

MAN Truck & Bus, führender Anbieter für Nutzfahrzeuge und Transportlösungen in Europa, setzt im Rahmen seiner digitalen Transformation auf den digitalen Zwilling. Das Unternehmen hat bereits Schritte unternommen, um zu einem konsolidierten Produktdatenmanagementsystem zu wechseln und einen schnelleren, einfacheren Zugriff auf Daten mit rollenbasierten Apps zu ermöglichen. MAN entwickelt außerdem intelligente, vernetzte Produkte und macht sich dabei den digitalen Zwilling zunutze. Das Unternehmen arbeitet an vernetzten LKW, welche den GPS-Standort und andere reale Betriebsdaten aus dem Feld mit Informationen aus Konstruktion und Fertigung kombinieren. MAN kann mit dieser Kombination aus digitalen und physischen Informationen bestimmen, wann und wo Probleme auftreten – Stichwort Predictive Maintenance. Zudem versetzt dieser Informationsfluß MAN Truck & Bus in die Lage, wertvolle Informationen zurück in die Entwicklung und Fertigung zu bringen.

Der Hersteller für Automobilkomponenten Hirotec, nutzt einen digitalen Zwilling, um die Ausrüstung in der eigenen Werkstatt zu überwachen. Zuvor prüfte Hirotec jedes der von ihm hergestellten Abgassysteme von Hand, was ein zeitaufwendiger Prozess war. Daher wurde ein fortschrittliches Robotersystem implementiert, das Bildsensoren, Laser-Mess-Sensoren und Kraftsensoren zur Überprüfung der Abgassysteme enthielt. Dieses Robotersystem sammelt mehr als 465 Datenpunkte für jede Inspektion. Anschließend vergleicht Hirotec diese Datenpunkte mit einem digitalen Zwilling und den Konstruktionsanforderungen, um die Trends jedes Inspektionspunkts zu analysieren und Verbesserungsmöglichkeiten zu ermitteln. Dadurch konnte die Zeit für Verbesserungen von ungefähr einem Monat auf eine Woche verkürzt werden.

Der Weg zum digitalen Zwilling

Wie können Sie mit Ihrer digitalen Transformation beginnen? Eine Sache, die Sie vorher unbedingt tun müssen: bringen Sie Ihr digitales Haus in Ordnung. Das bedeutet in etwa: verzichten Sie auf Ordnerstrukturen und führen Sie ein PLM-System ein. Zusätzlich müssen Sie es für alle Beteiligten einfacher machen, benötigte Produktdaten zu finden. Eine digitale Produktdefinition bietet zudem das Potential, alle Daten zu konsolidieren. Diese Konsolidierung wiederum bildet die Grundlage für Ihre Transformationsstrategie.

Ein weiteres Ziel ist es, Produktdaten im gesamten Unternehmen für den universellen Datenzugriff bereitzustellen. Der universelle Datenzugriff fördert die Produktivität und ermöglicht allen Beteiligten schnellere und bessere Entscheidungen treffen zu können. So können Sie einen digitalen Thread entlang des gesamten Produktlebenszyklus aktivieren, um die Rückverfolgbarkeit von digitalen Produkten sicherzustellen. Sie können damit beginnen, Produkte mit intelligenten, vernetzten Funktionen zu entwickeln.

Schlussendlich können Sie damit beginnen, Leistungsannahmen durch reale Daten aus mehreren Produkten und Quellen zu ersetzen, um den Unternehmenserfolg durch fundiertere Entscheidungen zu steigern. Mit diesen Schritten in Richtung eines intelligenten, vernetzten Produktentwicklungsprozesses ist es nun möglich, die physische Erfahrung und die digitale Definition eines Produkts zu einem digitalen Zwilling zu vereinen.

Nehmen Sie Ihre Digitalisierung selbst in die Hand

Unsere Events sind immer eine gute Möglichkeit Impulse zu bekommen und sich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Überwinden Sie die Hemmnisse beim Schritt in Richtung Industrie 4.0.

Quellen:
https://www.ptc.com/en/windchill-blog/all-you-need-to-know-digital-twin
https://www.ptc.com/en/digital-transformation/digital-engineering/digital-twin

Ähnliche Posts
Telefon-Nr. 0800-NET4YOU

Rufen Sie uns an oder senden Sie uns Ihre Anfrage. Wir melden uns schnellstmöglich zurück.

Creo 5.0