Was ist eine Engineering Change Order (ECO)?

 In PLM

Innovation treibt den Wandel voran

Markteinführungszeit, Qualität, Kosten, Umsatz – all diese Messgrößen hängen davon ab, wie gut ein Hersteller mit Veränderungen umgeht. In schnelllebigen Branchen wie der Medizintechnik, der Elektronik und im Hightech-Bereich treten täglich zahlreiche Änderungen auf. Durch den starken globalen Wettbewerb ist der Wandel zu einer Konstante in jeder Branche geworden. Der Erfolg eines Unternehmens hängt von der Fähigkeit ab, sich schnell und agil auf Veränderungen einzustellen.

Engineering Change Order – Was ist das genau?

Produktkonstrukteure verwenden den Engineering Change Order (ECO, auf deutsch: Änderungsauftrag) oder den Change Order (CO) während des Produktentwicklungsprozesses, um ihre vorgeschlagenen Änderungen zu melden, eine Genehmigung einzuholen und diese dann umzusetzen. Eine wichtige Erfolgskennzahl ist Agilität. Diese Kennzahl sagt aus, wie schnell und wie gut sich der Wandel auf das Unternehmen und die Produktion auswirkt.

Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette sind von diesen Änderungen betroffen und müssen ihre Prozesse optimieren, um sie mithilfe der ECO oder CO umzusetzen. Eine einzige Änderung kann sich auf viele Assets gleichzeitig auswirken, wie 3D-CAD-Modelle und Zeichnungen, Spezifikationen, Dokumentation, Stücklisten und mehr. Um die Komplexität des Managements dieses Prozesses zu erhöhen, wird eine Änderung nicht immer von internen Ressourcen erkannt. Äußere Faktoren können ebenso eine Rolle spielen.

Es kann beispielsweise aufgrund von Lieferkettenunterbrechungen, Produktqualitätsproblemen oder neuen Vorschriften zu einem Änderungsauftrag für einen Teileaustausch kommen.

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Jede Änderung wirkt sich auf jeden Aspekt des Produktentwicklungslebenszyklus aus. Alle Beteiligten innerhalb dieses Lebenszyklus müssen über die Änderung und ihren Status auf dem Laufenden gehalten werden, um in ihrer Arbeit effektiv zu sein (d. h. Fertigung, Einkauf, Lager, Serviceabteilungen usw.)

Wichtige Phasen des Änderungsprozesses

1. Problem oder Bedarf identifizieren

Jemand identifiziert ein Problem oder einen Bedarf und bestimmt, ob eine Änderung erforderlich ist. Der nächste Schritt ist die Abschätzung des Umfangs der Änderung und ihre möglichen Auswirkungen.

2. Bedarfsermittlung

Die zuständige Person erstellt einen Änderungsantrag (Engineering Change Request, ECR). Der Änderungsantrag setzt den Prozess in Gang:

  • Bestimmen der Notwendigkeit und Realisierbarkeit der Änderung
  • Identifizierung potenziell betroffener Teile, Komponenten und Dokumentation
  • Schätzung der Kosten
  • Auflistung der erforderlichen Ressourcen, welche für die Umsetzung der Änderung erforderlich sind

3. ECO erstellen

Nachdem der Änderungsantrag zur Überprüfung und Diskussion unter den Hauptbeteiligten verteilt und nach Bedarf geändert und genehmigt wurde, wird ein Änderungsauftrag (ECO) erstellt. Der Änderungsauftrag listet die zu ändernden Elemente, Baugruppen und Dokumentationen auf. Er enthält auch alle aktualisierten Zeichnungen, CAD-Dateien, Materialdispositions-Codes, Standardarbeitsanweisungen (SOPs) oder Fertigungsarbeitsanweisungen (MWIs), die erforderlich sind, um eine Entscheidung über die Implementierung der Änderung zu treffen.

4. Prüfung und Genehmigung des ECO

Der Änderungsauftrag (ECO) wird an ein Änderungskontrollgremium (Change Control Board, CCB) weitergeleitet, in dem alle Beteiligten (ggf. auch externe Partner) vertreten sind, welche die Änderung genehmigen müssen. Sobald die ECO genehmigt wurde, werden die betroffenen Personen benachrichtigt, dass die technische Änderung implementiert werden soll.

5. Änderung implementieren

Anhand der Informationen im ECO führen die verantwortlichen Personen die beantragte Änderung durch.

Was ist Engineering Change Order?

Grundsätze des Änderungsauftragsmanagements

Die Implementierung einer ECO oder CO kann ein komplizierter Prozess sein. Hersteller sehen sich mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert:

  • hohe Einrichtungszeiten mit manueller Datenerfassung von Änderungen
  • undurchsichtige Änderungsstände
  • lange Prozessausführungszeiten
  • zeitaufwändige manuelle Nachverfolgung von Aktionen
  • parallele und widersprüchliche Änderungen (aufgrund schlechter Kommunikation und fehlender allgegenwärtiger Dokumentation)
  • Abhängigkeit von unverbundenen Altsystemen

Prinzipien bei der Implementierung

Der Schlüssel liegt in der Implementierung von optimierten Prozessen und Tools, um die nachgelagerten Auswirkungen von Änderungen zu minimieren. Beachten Sie bei der Implementierung die folgenden Prinzipien:

  • Optimieren Sie die Verwendung der Stückliste in einer Weise, die eine vollständige digitale Produktdefinition ermöglicht. Eine digitale Produktdefinition konfiguriert, verwaltet und speichert im Wesentlichen alle produktbezogenen Inhalte in einem einzigen, zentralen Repository. Von den endgültigen Baugruppenstrukturen bis hin zu einzelnen Komponenten.  Der “digitale Faden” ist der Begriff der beschreibt, wie sich die Produktdefinition durch all diese nachgelagerten Datensätze schlängelt.  Nehmen wir eine Komponente, die in vielen Baugruppen verwendet wird. Wenn sich diese Komponente ändert, muss sich diese Änderung in allen Baugruppen widerspiegeln, in denen sie verwendet wird. Ein digitaler Faden macht es viel einfacher, diese Änderung zu kommunizieren.
  • Führen Sie zwei getrennte Prozesse für Work-in-Process (WIP) und Release Management. Der frühe und häufige Zugriff auf eine einzige Quelle für Produktinformationen ermöglicht eine verstärkte funktionsübergreifende Interaktion zwischen den Ingenieuren in den frühen Phasen. Mit vollständiger Transparenz und einem einzigen globalen Prozess können die Beteiligten Aufgaben besser und rechtzeitig erledigen. Außerdem können sie wertvolle Hinweise geben, wann Änderungen ohne übermäßige Kosten eingearbeitet werden können.
  • Machen Sie es sich einfach, die richtigen Informationen zu finden und darauf zuzugreifen. Sowohl aktuelle als auch veraltete. Es ist von entscheidender Bedeutung, die richtigen Informationen im gesamten Unternehmen bereitzustellen. Ein Beispiel ist die Bereitstellung der neuesten Release-Informationen für die Fertigung. Außerdem könnte das Produktteam der Lieferkette einen Einblick in die Stückliste geben, die einige Monate oder Quartale in der Zukunft gültig ist. Dadurch kann sichergestellt werden, dass alle Änderungen proaktiv berücksichtigt und während der Ausführung verwaltet werden.
  • Sicherstellung eines vollständigen Änderungsmanagements und der Rückverfolgung. Die Rückverfolgbarkeit über Produktentwicklungsleistungen hinweg schafft eine Kontrollhierarchie. Dies ermöglicht die Weitergabe von Änderungen über die gesamte Konstruktion hinweg. Dadurch arbeiten die Teams nicht in Silos, sondern können die Konstruktionsabsicht zwischen den einzelnen Baugruppen austauschen und beibehalten. Unabhängig davon, wo eine Änderung ihren Ursprung hat – ob in der Entwicklung, in der Lieferkette oder in der Fertigung – wirken sich Produktänderungen auf die disziplinübergreifenden Ergebnisse aus.

PLM für ECM

Mit Product Lifecycle Management (PLM) schaffen Sie Data Governance und Assoziativität, damit alle Änderungen und Konfigurationen vollständig definiert und kontrolliert werden. Dadurch wird sichergestellt, dass Aufgaben mithilfe eines wiederholbaren und automatisierten Workflows an die Verantwortlichen weitergeleitet werden. Änderungen werden durchgeführt und Probleme werden präzise und effizient gelöst. Mit PLM stellen Sie allen Beteiligten im Unternehmen eine Echtzeitansicht der genauesten Daten zur Verfügung und erweitern so die fachübergreifende Einbindung. Die Standardisierung von Best Practices für das Änderungs- und Konfigurationsmanagement führt zu einer fundierteren Entscheidungsfindung und senkt die Kosten für Produktionsfehler. Die Zeit für die Implementierung von Änderungen wird verkürzt und neue Produkte werden schneller auf den Markt gebracht.

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Inhaltsquelle und Beitragsbild: https://www.ptc.com/en/blogs/plm/what-is-an-engineering-change-order

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